Bindung und Feinfühligkeit als Fundament traumapädagogischen/traumatherapeutischen Arbeitens

Dr. Almute Nischak Systemische Therapeutin, Ethnologin, Traumatherapeutin

Theodor-Rothschild-Haus Mülbergerstraße 146, Esslingen
Donnerstag, 24.09.2020 Freitag, 25.09.2020
09:00-16:30 Uhr
320,00 EUR
Pädagogische Fachkräfte
Brezelfrühstück und Nachmittagskaffee

Bindung und Feinfühligkeit als Fundament traumapädagogischen/traumatherapeutischen Arbeitens

Früh gemacht, sind gute Bindungserfahrungen das Fundament für die Entwicklung eines Menschen und damit auch von jeder Weiter- und Persönlichkeitsentwicklung. Sie nehmen Einfluss auf Empathie, Selbstbild, die Art, wie wir im Leben stehen und die spätere Gestaltung von Beziehungen. Doch wir werden nicht mit einem sicheren Bindungsstatus geboren. Machen Kinder unsichere, desorganisierte Bindungserfahrungen mit Fürsorgepersonen bzw. erleben sie wiederholt bedrohliche Situationen, springt unwillkürlich zum Streben nach Nähe auch ihr Verteidigungssystem an. Die Quelle von Trost und Sicherheit wird zur Gefahrenquelle. Zu diesen „Gefahrenquellen“ können Vernachlässigung, Misshandlung, Verwahrlosung, häusliche Gewalt, psychische Erkrankungen der Eltern, Gewalt zwischen Geschwistern, alle Formen menschengemachter Traumatisierung und vieles mehr zählen. Doch gute Bindungserfahrungen können auch später noch gemacht werden. Sie lassen uns „Menschenkinder“ heiler werden und sind grundlegend für das Erlernen von mehr Selbstregulation und jede Art von Selbstbemächtigung. Nachträglich erworbene sichere Bindungserfahrungen verändern zwar nicht die Vergangenheit, sind aber eine wichtige Basis, um belastende oder traumatisch wirkende Erfahrungen in der Gegenwart und für die Zukunft zu verarbeiten. „Beziehungsarbeit“ gilt dementsprechend als Basis jeder traumapädagogischen bzw. traumatherapeutischen Arbeit, von Stabilisierung, Erlernen neuer Bewältigungskompetenzen und der Integration traumatischer Erfahrungen. Angewandte Methoden: Theoretischer Input, Gruppenarbeit, Kreative Methoden, Filmausschnitte und Fallbeispiele Inhalt:

  • Bindungsstile und Bindungsstörungen
  • „Speicherung“ früherer Bindungserfahrungen
  • Dissoziation und Desorganisation von Bindung
  • Wenn Bindungspersonen zu Tätern werden
  • Zwischen „Bindungsschrei“ und „Therapiephobie“: Viele, teils widersprüchliche Übertragungen
  • Bündnisse mit Kampf-Anteilen schmieden

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