Biografiearbeit. Lebensgeschichtliche Perspektiven

Dorothee Wieland
Literaturwissenschaftlerin und Philosophin, Mentalcoach, Lehrerin für Deutsch, Kunstpädagogik und Biografiearbeit

Theodor-Rothschild-Haus
Mülbergerstraße 146, Esslingen

Dienstag, 30.06.2020
Mittwoch, 01.07.2020

09:00-16:30 Uhr

320,00 EUR

Pädagogische Fachkräfte

Brezelfrühstück und Nachmittagskaffee

Biografiearbeit. Lebensgeschichtliche Perspektiven

Früher oder später erfindet jeder eine Geschichte, die er für sein Leben hält. (Max Frisch)
Was wir für unsere Wahrheit halten, ist faktenbasierte Fiktion. Das autobiografische Gedächtnis ist kein Chronist, der unser Leben lückenlos dokumentiert, sondern ein Romancier, der auswählt, und in eine Geschichte verpackt, was ihm bedeutsam und mitteilbar erscheint, Sinn und Zusammenhang vermittelt.
Biografiearbeit fragt danach, was diese Geschichte über unser Selbstkonzept sagt, was unsere Fiktion darüber verrät, wer wir sind, und wie es und gelingt, uns in verschiedenen Lebensphasen und Situationen immer wieder neu zu erfinden.

Wir haben einen Lebenslauf, aber viele mögliche Biografien – je nach dem, was wir erinnern, was wir vergessen und aus welcher Perspektive wir unsere Erfahrungen betrachten und wie wir sie interpretieren. Biografiearbeit lässt uns aus uns selbst heraustreten, zwischen einzelnen Episoden Muster, Verbindungen und Zusammenhänge erkennen und Anknüpfungspunkte für neue Herausforderungen entdecken. Es ist ein bisschen so, wie wenn man vor einem Mosaik steht: nah dran erkennt man nur bunte Steine, aus der Entfernung erst ergibt sich ein Bild.
Biografiearbeit ist eine ressourcenorientierte Methode der Selbstverständigung und bewussten Lebensgestaltung. Sie lässt sich professionell angeleitet im Einzel- oder Gruppensetting, aber auch in Form eines Selbstcoachings durchführen. Sie strukturiert und zentriert in Krisen, Übergangsphasen und an Wendepunkten im Leben.

Inhalte:
– das autobiografische Gedächtnis: Fakten und Fiktionen
– Persönlichkeitsentwicklung: Sein wie alle anderen und doch wie niemand sonst
– sich im Anderen spiegeln: Projektion und Identifikation
– sein Leben schreiben: Biografie als schöpferischer Prozess
– vom Sinn im Leben: Kohärenzkonzepte und Reframing
– Methoden von A (wie „Aufräumen“) bis Z (wie „Zeitreise“)
– Lebensgeschichte und Beruf(ung)
– Biografiearbeit anleiten: Korrespondenz und Resonanz

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