Kinder mit einem narzisstischen Verhaltensmuster – Ihr Anteil nimmt beständig zu. In Kitas, Tagesgruppen und stationären Einrichtungen sehen sich die Mitarbeitenden zunehmend mit Kindern konfrontiert, die sich nur einfügen, wenn es ihnen passt, viel diskutieren, mitunter erschreckende Wutanfälle bekommen und einen besorgniserregenden Mangel an Einfühlungsvermögen zeigen.

Hannelore Gens ist seit vielen Jahren gern gesehene Referentin bei fobi: aktiv. Auf die kleinen Tyrannen wurde sie als VHT- Ausbilderin in stationären Einrichtungen aufmerksam, in denen sie zunehmend pädagogischen Fachkräften begegnete, die sich mit diesen Kindern keinen Rat mehr wussten.

Warum haben wir immer mehr kleine Tyrannen?

Kinder mit einem narzisstischen Entwicklungsverlauf – so die Grundannahme – verharren in einer Entwicklungsphase, die alle Kinder normalerweise durchlaufen: Im frühkindlichen Narzissmus. Durch das „Feststecken“ in einem egozentrischen, symbiotischen Weltbild entwickeln sie keine altersgerechten Fähigkeiten im sozial-emotionalen Bereich. Hierbei spielen unbefriedigende frühkindliche Beziehungserfahrungen – vor allem was Empathie betrifft – und gesellschaftliche Faktoren eine Rolle. Wenn Eltern unsicher darin sind, ihren Kindern Orientierung zu bieten und unterschiedlichste Erziehungsideale sie in ihrem Handeln verwirren, kann dies schon sehr früh dazu führen, dass Kinder nicht die Art der Feinfühligkeit und die Unterstützung bekommen, die ihnen in die jeweils nächste Entwicklungsphase hilft.

Welche Lern- / Erfahrungsfelder brauchen Kinder mit einem narzisstischen Verhaltensmuster?
Grundsätzlich brauchen sie etwas ganz Einfaches: Feinfühligkeit in der Beziehung und – darauf aufbauend – positives Lenken und Leiten, und das sehr konsistent und konsequent. Erfahren sie darüber hinaus eine verstehende Haltung von rollen- bzw. verhaltenssicheren Erwachsenen, die vorausschauend handeln, bekommen sie eine gute Chance, den Übergang in die nächste Entwicklungsphase zu schaffen

 

 

Hannelore Gens

ist Diplom-Pädagogin und selbständige VHT-Masterclass-Ausbilderin und Supervisorin bei SPIN-DGVB e.V. Zu ihrem Handwerkszeug gehören auch ein Diplom in TZI (Themenzentrierte Interaktion nach Ruth C. Cohn) und eine Lehranalyse nach CG Jung. Bei der DGSF ist sie in der Fachgruppe „Videobasierte Beratung“ aktiv.

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